Kampfmittelkataster Hannover

Kampfmittelkataster

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg: ein Risiko, das bis heute andauert

Über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schlummern in deutschen Böden noch immer unzählige Blindgänger. Besonders in Städten wie Hannover, die damals stark bombardiert wurde, stellen sie eine ernstzunehmende Gefahr dar, insbesondere bei neuen Bauprojekten.

Für die Feuerwehr Hannover durfte ich ein neues digitales Kampfmittelkataster aufbauen. Die Ausgangslage: Viele Arbeitsschritte rund um die Erfassung und Bewertung von Blindgängerverdachtspunkten liefen bisher weitgehend manuell. Daten wurden zwar gewissenhaft erhoben, aber nicht immer systematisch verknüpft oder räumlich ausgewertet. Das sollte sich ändern.

Das neue System basiert auf einer PostGIS-Datenbank mit einem QGIS-Frontend und bringt mehrere Bausteine zusammen. Sondier- und Räumungsdaten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen werden automatisch importiert und analysiert. Über die Einbindung von ALKIS-Verwaltungseinheiten lassen sich Verdachtspunkte automatisch benennen und räumlich einordnen. Das spart enorm viel händische Arbeit bei der Datenpflege.

Ein zusätzlicher Baustein ist die automatische Priorisierung: Das System bewertet Baublöcke anhand der Verteilung und Dichte von Verdachtspunkten und bezieht dabei die räumliche Nähe zu sensiblen Einrichtungen ein wie etwa Schulen, Krankenhäuser oder kritische Infrastruktur. So entsteht eine fundierte Grundlage dafür, welche Bereiche zuerst sondiert und geräumt werden sollten.

Ergänzt wird das Ganze durch aktuelles Hintergrundkartenmaterial, das den Einsatzkräften jederzeit eine klare Orientierung bietet.

Für mich ein Projekt, das zeigt, wie Geodaten und intelligente Analysen ganz konkret zur öffentlichen Sicherheit beitragen können.

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